Unterbrechen I

Den Alltag unterbrechen. Sich Zeit nehmen. Für sich selbst. Für Gott. Für ein paar Gedanken ... über: "Unendlich glauben" und einen wunderbaren Garten.

Unendlich glauben

An Grenzen stoßen. Begrenzt sein. Weil der Blick nicht über den Horizont reicht.
Und die Kräfte schon gar nicht.
Oder weil die Umstände halt sind wie sie sind.
Das kennen wir alle. Das ist Alltag.

Für die Remstal Gartenschau gilt ein anderes Motto: "Unendlich glauben" - Kirche im Remstal.

Unendlich. Das bedeutet nicht: jeden Mist glauben.
Nicht allem oder jedem.
Oder blind glauben, und schon gar nicht fanatisch glauben.
„Unendlich“, das ist Weite. „Unendlich“, das lässt Luft. Raum.
Für mich, für andere.
Für Zweifel, für Hoffnung.
Und für unendliches Vertrauen.
Luther schrieb seiner stets besorgten Frau Käthe:
"Lass mich zufrieden mit deiner Sorge; ich habe einen besseren Sorger, denn du und alle Engel sind.
Der liegt in der Krippen und hängt an einer Jungfrauen Zitzen, aber sitzet gleichwohl
zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters, darum sei zufrieden. Amen.

„Lass mich zufrieden mit deiner Sorge…“. Lasst mich zufrieden mit eurer Angst,
zu kurz zu kommen. Lasst mich zufrieden mit eurem Engagement für neue Grenzen und neue Mauern.

„Wo der Geist Gottes ist, da ist Freiheit“, heißt es in der Bibel.
Diese Freiheit bereitet den Weg für ein „Unendlich glauben“.

Silke Stürmer, Pfarrerin ev. Kirche Schorndorf

Und Gott setzte mich in einen Garten…

Samtweich und ledrig,
pelzig und mit Stacheln besetzt, heilend und giftig.
Rosen, Frauenmantel und Taglilie.
Gänseblümchen und Vergissmeinnicht.
Giersch und Löwenzahn.

Mein Garten.
Ort des ewigen Unkrauts.
Ort der Liebe.
Ort der Ruhe.
Und von Anfang an ein Ort für uns Menschen: „Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in einen Garten, dass er ihn bebaute und bewahrte“ (1. Mose 2,15)

Das vergesse ich manchmal, dass Gott mich an einen guten Ort gesetzt hat. Ein Ort, zu dem Arbeit gehört und das Schaukeln in der Hängematte, das sinnfreie Kitzeln der Grashalme und die Verantwortung. Nur in dieser Spannung ist der Garten, diese Welt, ein guter Platz für mich. Und damit er es auch für andere ist, liegt es mit an mir, ihn zu bewahren.

Bewahren. Pflegen. Es gut meinen.
Nicht ausbeuten. Weder den Garten noch seine Bewohner.
Weder die Welt, noch Mensch und Tier.
Bewahren. Beschützen und behüten.
Durch ein gutes Wort. Ein Lachen. Durch 10 Minuten meiner Zeit.
Weil ich mich einbringe, engagiere, Rückgrat zeige, Mut habe, lebe und liebe.
Und der Garten für alle zu einem guten Ort wird.

Silke Stürmer, Pfarrerin, ev. Kirche Schorndorf

Segen

Gott lasse dich wachsen und gedeihen,

blühen und Frucht bringen,

dass du ein Segen wirst für viele

Amen.

Unterbrechen II

Gotischer Kunstschatz in der Martinskirche Neustadt

Unterbrechen III

Mobile Kirche: Runter vom Rad, rein ins Kirchlein

Die kleine Kirche auf vier Rädern ist eigentlich in Ruppertshofen zuhause und der Nikolauskapelle in Ruppertshofen nachempfunden. Aber wer Räder hat, ist nun mal gerne unterwegs. Und da Kirche dort sein möchte, wo die Menschen sind, kommt dieses Kirchlein nun auf die Gartenschau. Schön, wenn Sie dort, wo sie auf die Mobile Kirche treffen, Ihre Route kurz unterbrechen.

Wohin geht’s eigentlich?

Ein Polizeiauto bremst ab. Das Fenster fährt herunter und der Polizist beugt sich heraus. Er beobachtet eine alte Dame, die hinter ihrem Rollator herwackelt. In ihrem Rollator-Korb steckt ein Koffer. Dann fragt der Polizist „Wo wollen Sie denn hin?“ und die Alte fragt zurück: „Muss man das denn wissen, wenn man abhaut?“

Auch wenn die wenigsten von uns einen Rollator schieben –  unterwegs sind wir alle. Muss man wissen wohin, man unterwegs ist? Und machen wir uns die Mühe, uns Fragen zu stellen?

Wo will ich hin? Wohin bin ich unterwegs? Was ist mir wichtig?

Wagen wir den Abgleich mit unseren alten Träumen?
Bin ich eigentlich in meinem Leben da, wo ich früher sein wollte?
Und was ist der Maßstab für meine Entscheidungen, für die Wege, die ich einschlage?

 

Ganz viele wollen uns Wege zeigen, sie stellen ihre Wegweiser an unseren Lebensweg. Hier geht es zum Erfolg und zum Geld. Dort, über die Hürden, findest du deinen perfekten Körper und mit ihm die perfekte Liebe. Und Sinn findest du durch Meditation und Engagement… Wie soll man da noch wissen, wohin?

Ich glaube, man kann gar nicht wissen, wohin das Leben einen führt. „Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähle ihm von deinen Plänen“ – sagte jedenfalls Blaise Pascal, französischer Mathematiker und Philosoph. Aber man sollte wissen, dass man nicht allein ist, sondern einen lachenden Gott an seiner Seite hat. Vergessen wir das nicht.

Pfarrerin Silke Stürmer

„Wenn du Gott zum Lachen bringen willst,

erzähle ihm von deinen Plänen“

Blaise Pascal

Unterbrechen IV

Musik zur Marktzeit