Unendlich genussvoll
in Weinstadt

Weinstadt. Ein Portrait

EIN RENDEZVOUS VON KULTUR UND NATUR

Weinstadt – die Wiege Württembergs. Luitgard, die als Begründerin des Königshauses Württemberg gilt, wurde im Jahr 1080 im Weinstädter Stadtteil Beutelsbach geboren. Auf dem Kappelberg, einem Bergsporn über Beutelsbach, lädt die Ruine der Burg Beutelsbach zum Verweilen ein - fantastische Ausblicke bis ins Neckartal inklusive. Wo heute nur noch Mauerreste zu sehen sind, thronte einst die Stammburg der Württemberger, bevor diese Ende des 11. Jahrhunderts eine neu errichtete Burg auf dem namensgebenden Wirtemberg bei Stuttgart bezogen.

Nicht weniger bedeutend waren die Auswirkungen der ersten deutschen Freiheitsbewegung, die im Bauernkriegsaufstand „Armer Konrad", Vorläufer des Bauernkrieges, im Jahr 1514 hier ebenfalls ihren Ursprung hatte. Gehen Sie auf einen Streifzug durch das Württemberg-Haus Beutelsbach, das mit den beiden Museen zur Wiege Württembergs und zum Bauernkrieg diese bedeutenden Ereignisse der Landesgeschichte erlebbar macht.

Einst ein Siedlungsplatz der Jungsteinzeit und damit die ältesten nachweisbaren Siedlungsfunde in Weinstadt, ist Endersbach heute der zentrale Einkaufsschwerpunkt in der Stadt. Während es im Oberdorf, rund um das historische Rathaus, eher gemütlich zugeht, pulsiert das Leben in der Einkaufsstraße und dem angrenzenden Gewerbegebiet Kalkofen. In Endersbach erinnert das Heimatmuseum Pflaster 14 an die viel zitierte gute, alte Zeit. In der Heimatstube hingegen sind Werke des einstigen britischen Hofmalers und eines der bedeutendsten Portraitisten seiner Zeit, Karl Friedrich Bauerle zu sehen - Bauerle wurde 1831 in Endersbach geboren.

Die mächtigsten Feldherren ihrer Zeit, Prinz Eugen von Savoyen, der englische Heerführer Marlborough und der Markgraf Ludwig von Baden hielten im Jahr 1704 Kriegsrat über eine bevorstehende Schlacht - im Gasthaus Lamm im Stadtteil Großheppach. Damit trat Großheppach in die nationale Geschichtsschreibung ein. Im Lamm kann auch heute noch gespeist werden.

 

 

Gleichzeitig wartet Großheppach mit einem Schloss aus der Zeit der Renaissance sowie dem historischen Ensemble der Häckermühle am Ufer der Rems auf. Der Weiler Gundelsbach, nur gut 20 Gehminuten von Großheppach entfernt, lädt zu Ruhe und Erholung bei einem guten Tropfen der örtlichen Weingüter ein. Gundelsbach liegt auch an der Erweiterungsstrecke des neuen Wanderwegs vom Bahnhof Endersbach zum Aussichtspunkt Luitenbächer Höhe.

Ein Weltstar des Volksmusik wurde 1789 in Schnait geboren - Friedrich Silcher, weltweit bekannter Volksliedsammler, Arrangeur, Komponist und unzweifelhaft der Begründer des modernen Chorgesangs. Das Haus, in dem er seine ersten Lebensjahre als Sohn des örtlichen Schulmeisters verbrachte, ist heute ein Museum. Zwischen Beutelsbach und Schnait lädt der Weinstädter Liederweg zu musikalischen Wanderungen ein - ins Leben gerufen von einem anderen weltberühmten Bürger der Stadt: Gotthilf Fischer. Unweit von Schnait liegt der Weiler Baach, der mit feiner Gastronomie zum Einkehren und Verweilen in der Ruhe der Natur einlädt. Zu erreichen ist Baach in rund 20 Minuten über einen romantischen Wanderweg vom Ortsende Schnait entlang des Schweizerbachs.

In Strümpfelbach zieht eines der schönsten Fachwerkrathäuser Süddeutschlands die Besucher in seinen Bann - wie auch die umliegenden, ingesamt 70 denkmalgeschützten Fachwerkgebäude aus dem 15. Jahrhundert bis in die Neuzeit. Das einmalige historische Ensemble mit seinen verwinkelten Gassen wurde beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden" mit einer Silbermedaille ausgezeichnet. Zur Zimmermannskunst gesellt sich auch die Bildhauerkunst: Werke des weithin bekannten Künstlers Prof Karl Ulrich Nuss, seines Vaters Prof. Fritz Nuss und weiterer Mitglieder der Familie finden sich im Ort sowie auch und gerade beim berühmten Skulpturenpfad in den Weinbergen und der Skulpturenallee beim Naturfreundehaus.

Impressionen