Unendlich kernig
in Kernen im Remstal

Porträt

Weinreben fast soweit das Auge reicht, Naturidylle an Wasser und Wald, lebendige Ortskerne, gelebte Historie und viel Kultur – all das bündelt sich in Kernen im Remstal.

Als weithin sichtbares Wahrzeichen der Gemeinde, bestehend aus den beiden Teilorten Rommelshausen und Stetten, erhebt sich die mittelalterliche Yburg inmitten der Weinberge. Im Ort locken ausgezeichnete Restaurants und preisgekrönte Weingüter, die umgebende Natur zieht Spaziergänger und Wanderer, Radfahrer und Kletterer ins Freie. Durch Weinberge und Streuobstwiesen führen viele Wege hinauf zu den herrlichen Aussichtspunkten, hinein in den Klettergarten, ins romantische Haldenbachtal oder auf die dichtbewaldeten Schurwaldhöhen.

Bei aller Moderne, den attraktiven Verkehrsanschlüssen und Gewerbeflächen, hat sich Kernen seinen dörflichen, idyllischen Charakter bewahrt. Kleine Hofläden überziehen das Ortsgebiet und die Ortskerne wurden und werden behutsam modernisiert.

Römer, Truchsesse und Württembergische Herzöge hinterließen über die Jahrhunderte hinweg ihre Spuren. Zeitzeugen von Legenden und wahren Geschichten sind das altehrwürdige Schloss Stetten samt prächtigem Burghof und weitläufigem Schlossgarten, außerdem die rätselhafte mittelalterliche Yburg, das historische Museum am Fuße der Burg, die Kirchen, die eindrucksvoll sanierte Glockenkelter sowie der ehemalige Schafhof und die römische Villa rustica.

Auch kulturell gilt die Gemeinde vor den Toren Stuttgarts als echter Geheimtipp – die Veranstaltungslocations sind allein schon einen Blick wert, das Programm sowieso: Die hochkarätig besetzte Kabarett-Reihe, Konzerte, Theatervorstellungen, Ausstellungen und vieles mehr bereichern den Veranstaltungskalender neben den beliebten Festen und Feiern.

Sie sehen, ein Abstecher nach Kernen lohnt sich immer. Und wann schauen Sie vorbei?

Zahlen - Daten - Fakten

  • 15.300 Einwohner leben in den beiden Ortsteilen Rommelshausen und Stetten.
  • Neben den Anschlüssen an die Bundesstraßen B14 und B29 bestehen mehrere Busverbindungen nach Fellbach, Waiblingen und Endersbach, die Expressbuslinie X20 verbindet Kernen auf direktem Wege mit Esslingen und es gibt es zwei S-Bahn-Anschlüsse (Rommelshausen, Stetten-Beinstein) an die S2 Filderstadt-Schorndorf.
  • Attraktive Kulturlandschaften prägen die Gemeinde. 19 Naturdenkmale verteilen sich über das Markungsgebiet, darunter Aussichtspunkte, Steinbrüche, Klingen und Quellteiche.

 

Sehenswürdigkeiten

 

  • Schloss Stetten | Von der kleinen von einem Wassergraben umgebenen Fachwerkbehausung entwickelte sich das Areal durch die Herren von Stetten zu einer prächtigen Schlossanlage, die viele Baustile über die Jahrhunderte hinweg in sich vereint - vom fränkischen Fachwerk über die Renaissance und den Barockstil bis hin zur modernen Architektur des 21. Jahrhunderts. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts diente das Schloss den Witwen württembergischer Herzöge als Ruhesitz. Später wurde eine „Heil- und Nervenanstalt“ eingerichtet, deren berühmtester Bewohner im Alter von 15 Jahren der spätere Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse war. Aus der Anstalt ging die Diakonie Stetten hervor, die dort heute behinderten Menschen eine Heimat bietet. Mit dem Sommersaal hat das Schloss zudem einen barocken Konzert- und Veranstaltungssaal der Extraklasse.
  • Yburg mit Skulpturen von Karl Ulrich Nuss | Die idyllisch in den Weinbergen gelegene Ruine wurde etwa 1300 bis 1310 durch die Truchsessen von Stetten und deren Vettern von Y-Berg erbaut. Die Bauherren führten das Bauprojekt jedoch nicht vollständig aus. 1760 erfolgte der Abriss der Burganlage bis auf die heute noch sichtbaren Außenwände. Üppige Figuren und skurrile Skulpturen des Bildhauers Karl Ulrich Nuss aus dem benachbarten Weinstadt bewohnen heute die Ruine, die auch als Theater- und Hochzeitskulisse dient.

  • Museum unter der Yburg | Das um 1620 durch Johann Friedrich Thumb von Neuburg erbaute Haus befindet sich im Ortsteil Stetten, nahe der historischen Glockenkelter am Fuße der Yburg. Das Steinmetzzeichen des Baumeisters Michael Kern von Forchtenberg ist am Südeingang des Gebäudes, das einst als Kanzleigebäude diente, sichtbar. Die rote Farbgebung des fränkischen Fachwerkbaus an seinen Außenseiten steht in der Farbtradition des 17. Jahrhunderts. Auffallend ist ebenso der spätgotische Meß- und Fensterladen im Erdgeschoss. Seit 1987 beherbergt das Gebäude ein kleines Museum. Der Keller wird gerne für Veranstaltungen genutzt, auch die Reihe „Philosophisches Café“ ist hier zu Hause.
  • Kirchen und Kirchturmmuseum | 1275 wird in Rommelshausen das erste Gotteshaus erwähnt. Der heute noch sichtbare Turmunterstock der Mauritiuskirche stammt aus der Zeit des 14. Jahrhunderts, die Innenmalereien im Turmchor aus dem 15. Jahrhundert. 1613 wird die Kirche nach Norden hin erweitert und 1843/44 im neugotischen Stil durch Stadtbaumeister Föhr aus Stuttgart völlig umgestaltet. Die Kirche gehört zu den frühen Baudenkmälern der Neugotik in Württemberg. Während der Renovierungsarbeiten 1985/86 wurde ebenso die spätgotische Malerei im Turmchor restauriert.

Die St.-Veits-Kirche im Ortsteil Stetten wird zum ersten Mal im Jahre 1349 erwähnt. Ursprünglich war sie eine romanische Marienkapelle. Die Herren von Stetten, die auf der Yburg residierten, machten später ihren Familienpatron St. Veit zum Kirchenheiligen. 1488 stiftete Hans von Stetten der hiesigen Kirche einen wertvollen gotischen Flügelaltar, der heute im Württembergischen Landesmuseum, im Alten Schloss in Stuttgart, zu besichtigen ist. Die alte Kirche wurde mit Ausnahme des Glockenturms 1698 abgebrochen. Die Herzoginwitwe Magdalena Sibylla ließ das Kirchenschiff dann in doppelter Größe neu erbauen. Der baufällige Turm wurde 1828 im Campanilestil neu aufgebaut. 2002 wurde hier noch ein kleines Kirchturm-Museum eröffnet. Es gewährt dem Besucher Einblick in die heutige Technik sowie historische Bauteile und Gegenstände rund um die Kirche, den Kirchturm und die Turmuhr.

 

  • Glockenkelter | Die Glockenkelter, die nach vielen Jahren Dornröschenschlaf in den Jahren 2010 und 2011 zu einem Veranstaltungskleinod ausgebaut wurde, stammt aus dem 16. Jahrhundert. Grundsaniert wurde das Gebäude im Jahr Februar 2012 eröffnet und vom Denkmalamt prompt zum Denkmal des Monats ausgerufen. Die Symbiose von historischen und modernen Bauteilen in ihrem Inneren machen sie zu einem wahren architektonischen Schmuckstück.
  • Schafhof Rommelshausen | 1457 wurde der Schafhof erstmals urkundlich erwähnt. Vermutlich stand dort einst die Burg der Ortsherren von Rommelshausen. Die Grafen und Herzöge von Württemberg richteten ab 1500 an vielen Stellen Schafhöfe ein, von denen aus die Herden auf die Weide zogen. Neben der Fleischproduktion sollte so auch Schafwolle zur Verfügung gestellt werden, die der Herstellung einfacher Textilien diente. Weiterhin sollten durch Schafbeweidung die während der mittelalterlichen Wüstungsperiode aufgegebenen landwirtschaftlichen Flächen wieder einer Nutzung zugeführt werden. 1846 geht der Hof in Privatbesitz über. Heute steht noch das Wohnhaus.
  • Villa Rustica | Etwa 500 Meter südlich von Rommelshausen wurde um 1970 im Gewann Mäurach ein römischer Gutshof entdeckt, dessen Bau um 180 nach Christus datiert wird. Die Mauern umfassen ungefähr die Fläche von 85 Ar. Während der Grabungsarbeiten stieß man auf die Reste von fünf Gebäuden. Das Hauptgebäude im Zentrum der Hofanlage ist fast vollständig freigelegt und kann besichtigt werden. Neben zahlreichen Knochen- und Münzenfunden bildete die Keramik den Hauptteil der umfangreichen und vielfältigen Scherbenfunde. Darunter sind dicke Amphorenbruchstücke, Einhenkelkrüge, Teller, Näpfe, Schüsseln und Schmuck. Vermutlich wurde die Anlage im Rahmen der ersten Alemanneneinfälle um 234/235 nach Christus geplündert und nicht wieder aufgebaut. Eine Schautafel erläutert vor Ort die Geschichte der römischen Villa Rustica.

Impressionen